Die Kulturstadt Köln und die Obdachlosigkeit

Im seinem Köln-Barometer blickt der Kölner Stadt-Anzeiger heute auf die Arbeit von Verwaltung und Politik in den vergangen drei Monaten zurück.

Bei Wohnen steht: „Grund zur Sorge“
Die Obdachlosen kommen unter Wohnen nicht vor. Weil sie nicht wohnen? Obwohl in Köln die Hälfte aller Einwohner einen Wohnberechtigungsschein hat und mehr preisgünstige Wohnungen aus der Bindung fallen, als neue gebaut werden, denkt die Stadtspitze nicht daran selbst die fehlenden Sozialwohnungen zu bauen und hofft, dass es die profitorientierten Investoren tun, wenn man ihnen nur genügend Steuergelder in den Rachen stopft.
Angesichts der wachsenden Zahlen von Obdachlosen und der steigenden Mieten wird immer noch nicht der Wohnungsnotstand erklärt.
Stattdessen will Baudezernent Greitemann am Bedarf der Mehrheit der Kölnerinnen vorbei weiter Einfamilienhäuser und „hochpreisige Eigentumswohnungen“ bauen lassen.

Unter den 10 wichtigsten Bauprojekten – der größte Beitrag auf der Doppelseite – kommen die Wohnungen und die Schulen nicht vor
Die Liste der 10 wichtigsten Bauprojekte vermittelt, was in dieser Stadt unter Kultur verstanden wird, während den Obdachlosen beim Sterben zugesehen wird.

Das armselige Niveau des Köln-Barometer auch beim Thema Sicherheit. „Anstieg der Kriminalität“ wird getitelt – ohne jeden Bezug zur zunehmenden sozialen Ungleichheit.
Seit Franz von Liszt gilt „Die beste Kriminalpolitik ist eine gute Sozialpolitik“. In diesem Beitrag kommt weder die Armut noch ihre Bekämpfung vor. Hat auch bei der Stadtspitze keine Priorität. Frau Reker hat nach ihren erfolglosen Jahren als Sozialdezernentin beim Neujahrsempfang der Deutschen Bank am 14. Januar 2016 als Oberbürgermeisterin verkündet, den Wirtschaftsstandort Köln zu stärken, sei die beste Sozialpolitik, die es gibt. Dazu passte, dass sie mehr Personal für Polizei und Justiz forderte. Als könnten Polizei und Justiz Armut, Suchtkrankheiten und Gewalt gegen Frauen und Kinder bekämpfen.    

Für eine Stadt ohne Obdachlosigkeit

Für eine Stadt ohne Zwangsräumungen

Für eine Stadt ohne Drogentote

Für eine Stadt ohne Gewalt gegen Frauen und Kinder

Für eine Stadt ohne Abschiebungen

Für eine Stadt ohne Armut

30. September 2023

Klaus Jünschke