Empört Euch

In der September-Ausgabe von Eigentum aktuell, der Zeitschrift des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins. schreibt Stadtentwicklungsdezernent Andree Haack, wie die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau in Köln verbessert werden könnten:

„Gemeinsam mit meinem Kollegen Markus Greitemann, Beigeordneter für Planen und Bauen, und im intensiven Austausch mit der Kölner Wohnungswirtschaft haben wir Ansätze zur Kostenreduktion und Effizienzsteigerung erörtert.“

Mit keinem Wort geht er auf die Anträge und Forderungen von Linken und SPD ein.

SPD: https://www.koelnspd.de/programm/wohnen/

Die Linke: https://www.linksfraktion-koeln.de/arbeitskreise/stadtentwicklung-und-wohnen/

Die Obdachlosen kommen auch nicht vor und das Ziel, bis 2030 eine Stadt ohne Wohnungslosigkeit zu werden, findet keine Erwähnung.

Auch kein Wort über den famosen Wohnungsbaupakt, der Herr Greitemann mit Vonovia geschlossen hat:

https://www.vonovia.de/meine-stadt/vor-ort-meldungen/2020/september/wohnungsbaupakt-fuer-koeln-stadt-schliesst-mit-vereinbarung-fuer-den-bau-von-750-neuen-wohnungen

Zur Charakterisierung des Umgangs der Stadt Köln mit dem Wohnungsnotstand sei auf einen aktuellen Bericht des Stadt-Anzeigers über die seit 2 Jahren leerstehenden 200 LEG-Wohnungen am Schlehbuscher Weg verwiesen. In der facebook- Diskussion um diesen Skandal zwei Stimmen:

Nero Tulic: Die Kölner Stadtverwaltung schafft es immer wieder, sich bei eigenen Versäumnissen zu toppen. Davor muss ich einfach den Hut ziehen.

Birgitt Killersreiter: Oder die GAG könnte das kaufen. Die Stadt verscherbelt Eigentum doch nur an Projektentwickler, die mit Spenden die Kassen von CDU und Grüne füllen.

Wie dem auch sei: statt selber zu bauen und wenigstens die 20% Sozialer Wohnungsbau wieder anzuvisieren, die es in Köln mal gab, verkündet Andree Haack: „Zusammengefasst kann ich versichern, dass wir erhebliche Anstrengungen unternehmen, um den Wohnungsbau in unserer Stadt so gut wie möglich zu fördern…“ Und die Ausrede für das absehbare Misslingen wir gleich drangehängt: „Doch all diese Anstrengungen werden nicht die gewünschte Wirkung entfalten, wenn die Konjunktur in unserem Land weiter lahmt.“

Die SPD hat nur 500 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren für den sozialen Wohnungsbau gefordert – während die Stadt gerade bei 1,5 Milliarde Euro für Schauspiel und Oper sind.

Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun.

16. September 2024
Klaus Jünschke