Unter dem Vorsitz von Sandra Weeser (FDP) führte der Ausschuss des Bundestages für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen am 11. Dezember 2023 ein öffentliches Fachgespräch zum Thema „Wohnungslosigkeit und Wohnungslosenhilfe“ durch.
https://www.bundestag.de/…/anhoerungen/981270-981270
Das Fachgespräch ist schon in der Mediathek des Bundestags:
https://www.bundestag.de/mediathek?videoid=7604722…
In den Parlamentsnachrichten wurde am 12.12.2023 eine Zusammenfassung veröffentlicht
https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-982696
Ich kann Ihnen/Euch allen empfehlen diese 90 Minuten anzuhören.
Von den Ursachen der Wohnungsnot war nicht die Rede.
Während überall Winterhilfe angesagt ist, Hinz&Kunzt vom ersten Kältetoten berichtet, war Soforthilfe kein Thema. Es fehlte eine Stimme, wie die von Kai Hauprich, der im DRAUSSENSEITER-Interview skandalisierte, dass wir den Obdachlosen beim Sterben zusehen.
Wie kann man ein Fachgespräch zur Obdachlosigkeit beginnen, ohne auf den Überlebenskampf der 50.000 Obdachlosen einzugehen? Ihre Lebenserwartung ist 30 Jahre unter dem Bundesdurchschnitt. Fast täglich lesen und hören wir von Gewalttaten gegen sie, und weil die Wohnungsnot sie am stärksten belastet, auch von Gewalt untereinander. In den 172 Gefängnissen der Bundesrepublik sind sie die am stärksten überrepräsentierte soziale Gruppe.
Vom Leerstand an Wohnungen, Bürohäusern und Ladenlokalen war nicht die Rede, so auch nicht von der Möglichkeit alle Obdachlosen sofort in abschließbare Einzelzimmer unterzubringen
Die Abgeordneten des Ausschusses waren in Finnland und haben sich Housing First angesehen. Finnland will 2027 ein Land ohne Obdachlosigkeit sein. Und trotzdem plapperten einige „Housing First ist nicht die Lösung für alles“.
Muss man sich trotzdem anhören, damit sich das nicht im Rat der Stadt am 4. Februar 2024 wiederholt.
Wir stehen am Samstag, den 16.12. vor dem Haus Ricarda-Huch-Str. 31 um zur Elias Gut Straße zu gehen. Dort stehen über 50 GAG-Wohnungen leer. Dort stehen über 50 GAG-Wohnungen leer. in den Wohnblöcken sind nur die Türen der leergezogenen Wohnungen aufzuschließen und dort wären nur die Heizungen anzudrehen.
Wie sonst soll es sich ändern, dass wir den Obdachlosen beim Sterben zusehen oder dass sie „zum Stadtbild gehören“?
17.12.2023
Klaus Jünschke