Obdachlosigkeit ist mörderisch

Um 1:50 Uhr am Montag, den 29 August 2022  haben zwei etwa 20 Jahre alte Männer in Köln-Longerich eine 46-jährige obdachlose Frau mit einem Baseballschläger schwer verletzt. Sie wollten ihr Geld.
https://www.ksta.de/koeln/nippes/ueberfall-in-koeln-longerich-unbekannte-verpruegeln-obdachlose-mit-baseballschlaeger-39906916

Diese mörderische Gewalt ist eine der Ursachen, warum Obdachlose dreißig Jahre früher als der Bevölkerungsdurchschnitt sterben.

Etwa jeder 2000. Einwohner starb 2015 an den Folgen eines tätlichen Angriffs, so das Statistische Bundesamt. Wer keine eigenen vier Wände hat, wird dagegen 50-mal wahrscheinlicher von anderen Menschen ums Leben gebracht.

Die Hamburger Straßenzeitung HinzundKunzt berichtet über die Doktorarbeit von Nina Asseln. Grundlage ihrer Arbeit sind Daten von 263 Obdach- und Wohnungslosen, deren Leichname zwischen 2007 und 2015 im Institut für Rechtsmedizin untersucht wurden.
https://ediss.sub.uni-hamburg.de/bitstream/ediss/7826/1/Dissertation.pdf

Und Stefan Karrenbauer, Sozialarbeiter bei HinzundKunzt,  spricht über die Gründe und erklärt: „Vier Wände sind die beste Medizin.“
https://www.hinzundkunzt.de/lebenserwartung-obdachlose/

Die Aktuelle Stunde im WDR hat am 11. 09.2022, zum Tage der Wohnungslosen, über die Gewalt gegen Obdachlose berichtet.
Zwei Drittel aller Obdachlosen waren schon Opfer von Gewalt.
Die Polizei hat in NRW im vergangenen Jahr 231 Gewalttaten gegen Obdachlose registriert. 25 % mehr, als noch vor drei Jahren. Über die Zahl der nicht angezeigten Delikte ist nichts bekannt.
https://www1.wdr.de/nachrichten/tag-der-wohnungslosen-nrw-100.html

Die zentrale Veranstaltung zum Tag der Obdachlosen findet in Köln in diesem Jahr am 14.09.2022 von 13 bis 17 Uhr  auf dem Rudolfplatz statt.

Um 14 Uhr beginnt die  Rede von Sozialdezernent Rau zum Tag der Wohnungslosen
https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/mitteilungen/24981/index.html

Wir vom Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot und Stadtzerstörung  wollen ihn fragen, warum er die Obdachlosen nicht von der Straße holt.

Stephan Karrenbauer nach 27 Jahren Sozialarbeit bei „Hinz&Kunzt“
„Ich habe das Gefühl, dass die Wohnungslosenhilfe dabei ist, Obdachlose zu verwalten. Wir sind dabei Menschen auf der Straße immer mehr zu versorgen. Wir haben mittlerweile den Duschbus, wir haben Leute, die Essen auf der Straße verteilen. Das ist alles notwendig, weil wir die Wurzel nicht angepackt bekommen, nämlich ihnen ein Zuhause zu geben.“
https://taz.de/Sozialarbeiter-ueber-Wohnungslosigkeit/!5874587&s=Friederike+Gr%C3%A4ff/
12. September 2022
Klaus Jünschke

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