Das Problem sind die Erwachsenen

Gestern fand in der Berufsschule im Perlengraben 101 eine Anwohnerversammlung gegen das geplante Suchthilfezentrum statt. Die Lokalzeit aus Köln hat berichtet. Bei Minute 6:05 geht es los:
https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-koeln/wdr-lokalzeit-aus-koeln-oder-12-01-2026/wdr-koeln/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNDRkNDc2YzQtOWI3OC00MGExLWEyZGItMGU5YzdmYzI0NDMw

Im Zentrum der Argumente gegen das geplante Suchthilfezentrum steht, dass Kinder und Jugendliche Schaden erleiden.

Die Kinder und Jugendlichen kommen in dieser Auseinandersetzung so wenig zu Wort wie die Drogenkranken.

Es gibt in der Stadt überhaupt  keine relevante Auseinandersetzung mit der Frage, was es mit uns allen macht, auch Kindern und Jugendlichen, dass wir zusehen, wie Menschen auf unseren Straßen und Plätzen in der Obdachlosigkeit verelenden und sterben.

Was macht es mit Kindern, wenn sie drogenkranke Obdachlose auf der Straße liegen sehen?

Wir haben ein Sozialdezernat, das darüber nicht aufklärt. Die Wissenschaftlerinnen, die dazu an den Fachhochschulen und der Universität forschen, kommen nicht zu Wort. Aber man kann sich, wenn man selbst nicht weiter weiß, bei der KI Hilfe holen:  

Das Beobachten von Obdachlosen ist für Kinder oft ein emotionales Schlüsselerlebnis, das Neugier, Mitleid oder auch Verunsicherung auslösen kann. Da Kinder die Welt als einen Ort begreifen wollen, an dem jeder ein sicheres Zuhause hat, bricht dieser Anblick ihre gewohnte Realität auf.

Hier sind die typischen Reaktionen und Ebenen der Verarbeitung:

1. Kognitive Verwirrung & Neugier

Kinder hinterfragen das Offensichtliche, da ihr Weltbild oft noch auf dem Prinzip der Geborgenheit basiert:
Warum-Fragen: „Warum schläft der Mann auf dem Boden?“ oder „Hat sie keine Mama, die ihr hilft?“.
Fehlen von Schutzräumen: Das Konzept, dass ein Grundbedürfnis (Wohnen) nicht für jeden erfüllt ist, ist für jüngere Kinder schwer greifbar. 


2. Emotionale Betroffenheit
Empathie: Kinder reagieren oft sehr mitfühlend und wollen spontan helfen (z. B. Essen teilen oder Geld geben).
Angst vor dem Verlust: Bei sensiblen Kindern kann der Anblick die eigene Ur-Angst wecken: „Könnte uns das auch passieren?“.
Berührungsängste: Wenn Obdachlose verwahrlost aussehen oder durch psychische Erkrankungen auffällig agieren, kann dies Unsicherheit oder Angst auslösen. 


3. Pädagogische Chance

Pädagogen empfehlen, diese Momente zu nutzen, um Vorurteile abzubauen:
Aufklärung: Erklären, dass es soziale Sicherungssysteme gibt, aber manche Menschen durch Krankheiten oder schwere Schicksalsschläge durch das Netz fallen.
Entstigmatisierung: Zeigen, dass auch Menschen ohne Wohnung Würde besitzen und keine „Buhmänner“ sind.


4.Tipps für Eltern & Betreuer:
Ehrlich antworten: Sagen Sie ruhig, dass es traurig ist, aber dass es Menschen und Hilfsorganisationen gibt, die versuchen zu helfen.


Aktion statt Hilflosigkeit: Gemeinsames Überlegen, wie man helfen kann, gibt dem Kind ein Gefühl von Selbstwirksamkeit.

Wie können wir eine Stadt ohne Obdachlosigkeit und Drogentote werden?

Auf der Startseite meiner Homepage gibt es weitere Überlegungen zum Thema https://klausjuenschke.net/

13. Januar 2026
Klaus Jünschke

Rathaus empathielos


Bis zu 50 Obdachlose übernachten in der U-Bahn-Station Appellhofplatz
Sie sollen da weg
Am Wochenende soll es in Köln nachts Minus 10 Grad werden

Was fordern die Parteien für die Obdachlosen?
„mehr Anlaufstellen“ (SPD)
„alternative Schlafstellen“ (Grüne)
„Notunterkünfte“ (CDU)
„Alternativen“ (Die Linke)

Die EU hat die Mitgliedsstaaten im November 2020 aufgefordert die Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit bis 2030 abzuschaffen. Die Ampelkoalition nahm das in ihren Koalitionsvertrag auf und die Länder und Städte, auch Köln, folgten mit entsprechen Beschlüssen.

Der Rat der Stadt hat 2024 das Kölner Konzept zur Bekämpfung von Wohnungsslosigkeit verabschiedet.
In der Einleitung steht:
„In Köln werden immer mehr Menschen wohnungslos, manche sogar obdachlos, und sie verbleiben oft lange Zeit in den städtischen Unterbringungsangeboten, ohne Zugang zu neuem Wohnraum zu erhalten.
Dies steht im Widerspruch zu den Zielen der Stadt Köln, die allen in Köln lebenden Menschen sichere und gesunde Lebensbedingungen bieten möchte. Der Umgang mit den ärmsten Menschen einer Gesellschaft ist ein Maßstab für deren Humanität.“
https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=977963&type=do

Wissen die Ratsmitglieder wie viele Obdachlose in den städtischen Notunterkünften Hausverbot haben und warum?

Warum werden den Obdachlosen nicht endlich abschließbare eigene Zimmer angeboten – als Übergangslösung bis es Wohnungen für alle gibt?

Warum fordern die Ratsparteien die Verwaltung nicht auf die Obdachlosen in den leerstehenden Wohnungen und Büroimmobilien in der Innenstadt unterzubringen?

8.Januar 2026
Klaus Jünschke