Sommermärchen

Der Ebertplatz verwahrloste jahrelang still vor sich hin, bis die Cannabis-Dealer ihn zu neuem Leben erweckten und die polizeilichen Gegenmaßnahmen die städtische Öffentlichkeit an seine Existenz erinnerten. Selbst die tödlichen Auseinandersetzungen in diesem illegalen Markt haben die Stadt, die Polizei und die Lokalpresse nicht dazu veranlasst nach Lösungen zu suchen, die den Dealern (auch diese Black Lives matter) einen legalen Broterwerb und den Konsumenten einen legalen Zugang zu ihren Genussmitteln ermöglicht.
Stattdessen sollen es mehr Polizeikontrollen und noch mehr Überwachungskameras bringen. Es „sollen nun zusätzlich 13 weitere Kameras in der Zwischenebene der U-Bahn-Station eingebaut werden“. Und die Stadt will „zusätzlich zu dem Vorhaben, das Loch zuzuschütten, als Alternative prüfen lassen, ob auch eine Sanierung im Bestand möglich wäre.“ Und der Stadt-Anzeiger meldet brav, dass „die Stadt die Bürger eng einbinden“ will. Dann wird alles gut. Und sie können ihren Tabak und ihren Alkohol irgendwann in naher Zukunft auf dem  „drogenfrei“ gemachten Platz in aller Ruhe genießen.
29.Juli 2020

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