Der unsoziale Kölner Sozialdezernent Dr.Rau

Im Rahmen der „Abgehängt“-Serie des Kölner Stadt-Anzeigers war Dr. Rau am 30.6.2026 in Chorweiler auf dem Podium zum Thema Wohnen. Wie schon öfter hat er Köln als Schwarmstadt präsentiert und erklärt, dass es daher auch nicht viel bringen würde, wenn 30.000 neue Wohnungen gebaut würden. „Ich bin nicht für viele Wohnungen, ich bin für gute Wohnungen.“ Der Leiter des Dezernats für Soziales, Gesundheit und Wohnen, der nicht baut und zusieht, wie die Zahl der Sozialwohnungen Jahr für Jahr abnimmt.

Heute hat er im Deutschlandfunk-Gespräch ähnlich skandalös auf die Frage geantwortet, wie er mit der Obdachlosigkeit der drogenkranken Menschen umzugehen gedenkt. Angesichts der großen Zahl der obdachlosen Suchtkranken, könne es wohl kaum ausreichen im geplanten Suchthilfezentrum zehn Etagenbetten vorzuhalten. Ab Minute 47 kommt diese Frage und danach seine Antwort. Nachdem die Suchthilfezentren an den Start gegangen sind, also frühestens in einem Jahr, soll auch die Obdachlosigkeit der Suchtkranken in Angriff genommen werden.

Was vom Aktionsbündnis gegen Wohnungsnot und Stadtzerstörung seit Jahren mit Kundgebungen vor leerstehenden Wohnhäusern und symbolischen Besetzungen gefordert wird, die Leerstände für die obdachlosen Menschen zu öffnen, als Übergangslösung, bis es Wohnungen für alle gibt, wird von der Stadtspitze und vom Rat ignoriert. Seit Dr. Rau Dezernent für Soziales, Gesundheit und Wohnen ist, hat sich die jährliche Zahl der Drogentoten von 40 auf über 80 verdoppelt. Die Obdachlosen unter ihnen von der Straße zu holen wird unterlassen.

„Wir haben uns gesellschaftlich so daran gewöhnt, dass wir den Menschen beim Sterben zuschauen, dass wir das für normal halten. Das darf nicht sein. Ich finde, wir müssen schnellstmöglich jene versorgen, die am dringendsten unsere Hilfe brauchen.“ (Kai Hauprich im Interview mit Christina Bacher in der Ausgabe Februar 2023 des Kölner Straßenmagazins DRAUSSENSEITER) https://bodoev.de/2023/02/01/wir-schauen-den-menschen-seit-jahren-beim-sterben-zu

In der vom Deutschlandfunk gesendeten Diskussion konnte Suchtforscher Daniel Deimel darauf verweisen, dass die viel größere Menge von Kokain von ganz normalen Kölnerinnen und Kölner konsumiert wird, die nicht durch Elend auf der Straße auffallen.

Die Armut der auf der Straße verelendenden Menschen war kein Thema. Köln hat keine Absicht die Armut in der Stadt zu bekämpfen. Gerne ist man eine Stadt ohne Rassismus, aber dass Rassismus eine Funktion der zunehmenden sozialen Ungleichheit ist, bleibt ignoriert.

Wieviel Drogenhilfe verträgt ein Wohnquartier? Live aus Kölner Pantaleonsvierte:

https://www.deutschlandfunk.de/wieviel-drogenhilfe-vertraegt-ein-wohnquartier-live-aus-koelner-pantaleonsviertel-100.html

15.Juli 2026