Unvergessen: Die Mediengruppe DuMont hat im Oktober 2023 das Aus für ihr hauseigenes Druckzentrum in Köln-Niehl mit sofortiger Wirkung beschlossen. Die Entscheidung wurde der Belegschaft in einer Betriebsversammlung am 4. Oktober 2023 überraschend mitgeteilt. Rund 200 bis 230 Beschäftigte im Druckzentrum sowie bei der Tochtergesellschaft RZZ Versand verloren ihren Arbeitsplatz. https://mmm.verdi.de/beruf/dumont-schliesst-druckzentrum-in-koeln-92129
Im Februar 2026 hat DuMont die Herausgeberschaft der Kölnischen Rundschau übernommen. Die Redaktion wurde komplett aufgelöst, 31 Stellen wurden gestrichen.
Seit dem 1. Oktober 2026 gibt es die Rheinische Redaktionsgemeinschaft nicht mehr, die die Lokalteile von Stadt-Anzeiger und Rundschau in den Landkreisen um Köln gemacht hat. 57 Vollzeitstellen wurden beendet. KI-gestützte „Digitale Regioteams“ mit halb so viel Personal sollen an ihre Stelle treten.
https://mmm.verdi.de/beruf/schlechte-zeiten-fuer-lokaljournalismus-108907
Unter der Überschrift „Für eine lebendige Demokratie“ feiert sich am 3.11.2026 die Lokalredaktion, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis für die Serie „100 Ideen für Köln“ ausgezeichnet wurde.
https://www.ksta.de/koeln/100-ideen-fuer-koeln-gewinnt-deutschen-lokaljournalistenpreis-1407634
Die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat vor AfD und den Berliner Linken gleichermaßen gewarnt: »Den Antisemitismus und die sozialistischen Gesellschaftsvorstellungen der Berliner Linkspartei halte ich aber ebenso für gefährlich. Das ist mit unserer politischen und wirtschaftlichen Ordnung nicht vereinbar.«
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annegret-kramp-karrenbauer-warnt-vor-regierungen-von-afd-gleichermaßen und-linken-a-0f6dd1b7-48e6-4c0f-a494-3030fc5883d2
Joachim Frank, der Chefkorrespondent der DuMont Mediengruppe und Jochen Gaugele, Stellvertreter des Chefredakteurs des Kölner Stadt-Anzeigers sehen dieselbe Gefahr. Sie fragten am 31.10.2026 allen Ernstes im Interview mit der Grünen Vorsitzenden Franziska Brantner: „In Berlin sind die Grünen dabei, einem Landesverband der Linken zur Macht zu verhelfen, der von Antisemitismus durchdrungen ist und Sympathie für Clankriminelle zeigt. Gibt es für Ihre Partei keine roten Linien mehr?“ https://www.ksta.de/politik/gen-z-proteste-gruenen-chefin-brantner-wir-erwarten-gewaltfreiheit-von-allen-die-teilnehmen-1406151
Zu dieser reaktionären Entwicklung passt die Infantilisierung der Stadtgesellschaft. Die „Top 10“-Ideen der Leser werden im Text präsentiert, kommentiert mit den „Top 5“ von OB Burmester, die sich ungefähr mit dem decken, was sich die Leser gewünscht hatten. Beides hat weniger mit einer „lebendigen Demokratie“ als mit dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zu tun.
Ganz verloren ist der Bezug zur Realität noch nicht. Auf Seite 2 im Lokalteil der Ausgabe vom 3.11.2026 steht der Artikel mit der Überschrift „Mieten seit 2010 um 75 Prozent gestiegen“ mit dem der neue Geschäftsbericht des städtischen Amtes für Wohnungswesen vorgestellt wird.
https://www.ksta.de/koeln/koelner-mietenseit-2010-um-75-prozent-gestiegen-1407534
Angebracht gewesen wäre eine ausführliche Berichterstattung über das Positionspapier der GENZ-REGELT . https://genz-regelt.de/
Diese Auseinandersetzung findet in den sozialen Medien statt und am 20. November 2026 wieder auf der Straße.